Geschichte

WappenDas goldbacher Wappen ist angelehnt an das Wappen der Ebersberger aus Stollberg im Harz. Ein Zweig derer verpflanzte sich zu uns, nach Goldbach.

 

Das Ebersberger Wappen hat 2 rote Schafscheren im silbernen Felde, mit 2 rot-weiß gestreifte Büffelhörner, mit je 4 weißen Fahnen.

 

In unserem Wappen wurden die Büffelhörner durch Andonisröschen (bei Lerp Veilchen) ersetzt, angelehnt an das Violegebiet und Burg, wo diese gedeihen. Die 2 roten Schafscheren im silbernen Felde wurden übernommen.

 

ca. 450 n.Chr. , nach der Völkerwanderung entstand Thüringen

Nach der Zerstörung Thüringens durch die Franken und Sachsen im Jahre 530 fiel das Land

südlich der Unstrut an die siegreichen Franken.

Ca. 650, die WENDEN (Slaven und Sorben) kamen in unsere Gegend und waren durch ihre

friedliche Art, Freundlichkeit und Betriebsamkeit sehr erfolgreich.

Sie bildeten Kolonien und förderten den Acker- und Bergbau und legten den Grund für Höfe und Dörfer.

Die Mönche von Hersfeld siedelten zwischen 2 Bachläufen , einer Sage nach in 5 Häusern am Rohr der Leina.

Sie standen im Schutz der Abtei Hersfeld und mussten für diese Wohltaten

ihrerseits den jährlichen Zehnten leisten.

Die Mönche bauten neben ihre Zelle die Kapelle mit Gottesacker Sankt Anna.

Diese stand in Richtung Untermühle, Eberstädt. 

1518 wurde sie abgebrochen und ihre Steine bei Bau der heutigen St.-Peters-Kirche verwendet.

724 Das Christentum hielt Einzug durch Bonifacius

745 entstand das Kloster Fulda und 770 das Kloster Hersfeld, diese Abteien wurden

reich und mächtig, so auch in Thüringen.

780/802 erste urkundliche Erwähnung von Goldbach durch das Kloster Fulda

 

 

 

925 Während des 9 jährigen Waffenstillstandes mit den Hunnen entstanden die ersten festen Städte, vermutlich auch schon früher. Aus dieser Zeit gibt es wenige Aufzeichnungen. Aus dem Wenigen konnte man aber ersehen, dass auch ehrbare Leute "von Goldbach" in Gotha siedelten, d.h. es gab Goldbach schon früher.

 

Das Rittertum kam durch die Kreuzzüge im 12. Jhd. auf. In dieser Zeit kamen die Ebersberger Ritter in unser Land. Sie gewannen das hierorts Hersfelder und wohl auch Fuldaer Lehen und bauten sich einen festen Sitz auf dem Burghügel, zwischen dem Kranberg und Goldberg. Die Strecke zwischen und hinter den beiden Bergen wurde gerodet und so entstand das Violeland. Es heiß auch das "Freigut". Eine Lindenallee säumte den Hirtenweg und den Weg vom Kranberg bis zur trügleber Grenze. Die 2 Teiche (Himmelsteiche sind heute noch vorhanden) waren für Mensch und Vieh wertvoll.

 

1121 Goldbach tritt zum 1. Mal durch Christian von Goldbach in der Geschichte auf.

"Christanus de Goltpeche, vir nobilis und Ehefrau, Berchtrada allen gegenwärtigen

und zukünftigen Christgläubigen kund und zu wissen thun."

Urkundliche Ersterwähnung von Christian von Goldbach, Schenkung der Gemeinde

Oberelln (Elinde) Amt Salzungen, an das Kloster Reinhardsbrunn,

diese wurde vom Erzbischof Albrecht zu Mainz bestätigt.

1130 Als der dritte Graf Ludwig vom Kaiser zur herzoglichen Würde eines Landgrafen

über ganz Thüringen erhoben wurde und ihm die 4 fürstlichen Hofämter

beigegeben wurden, erhielten 4 der angesehensten Geschlechter diese hohen

Ehrenämter zu erb und eigen. Den Ebersbergern wurde das Marschallamt

aufgetragen. Von da an konnten auch die Ritter von Goldbach in das neue Erb-

Hofamt ihrer Gesamt-Familie berufen werden.

Der wackere Ritter Helwig (auch Helwig, Marschall von Goldbach) war langjähriger

Marschall. Er hatte sein Amt 25 Jahre inne.

Seit 1258 wird der Ort unabhängig von Christian von Goldbach genannt, dazu gibt es urkundliche Erwähnungen in der Zeit des Landgrafen "Albrecht dem Unartigen".

 

Domäne, das vormals fürstliche Vorwerk, wird als das älteste Dorfgut von Christian von Goldbach her erwähnt.

 

Sein Sohn "Bruder Helwig von Goldbach" ging zu den Deutsch Herren, dem geistlichen Ritterorden, welcher zur Pflege kranker Pilger, wie zur Verteidigung des heiligen Landes gestiftet worden war. 1277 rückte er zur Komtur auf. 1285 zum Marschall von Preußen, 1292 zum Ordensvorsteher der Ballei Thüringen und 1300 zum Landmeister im Ordenslande Preußen, Gründer von Ort und Kirche Goldbach bei Königsberg . 1305 verbrachte er mit dem Margrafen Friedrich zusammen das Osterfest im Kloster Ichtershausen. Er spielte eine hohe politische Rolle.

 

1306-9.7. Ritter Helwig wurde königlicher Stadthalter der Wartburg mit Eisenach.

1333 Conradus de Goltpach (Konrad von Goldbach) Ratsherr und Ratsmeister zu Gotha

1327 Christian v. Scharffenstein, erster seiner Familie in Goldbach, Lehnsmann derer v. Wangenheim, dann des Landgrafen, später Inhaber eines Freigutes. Im Wappen der Scharffensteins ist ein auf Hinterbeinen stehender weißer Hund im grünen Felde zu sehen.

1358 Heinrich von Goldbach, Vormund und Sachwalter des Kreuzklosters zu Gotha

1368-1374 Christine von Goldbach ist Abtissin des Kreuzklosters zu Gotha

1250 Die Ritter von Goldbach gingen in drei Gevetternschaften auseinander und fügten Zunamen an, wie Goldichen und Snoze.

 

1469 Jakob Snoze zu Hochheim trat als letzter des Geschlechtes auf, danach sind die

"Goldbach" in der Geschichte nicht mehr erschienen, genauso wie ihre Burg am Burghög.

 

1488 Goldbach erhält das Recht Bier zu brauen und Wein zu schenken, der sehr herb war.

Das Braurecht wurde später wieder abgesprochen, da Gotha braute.

13.-15. Jhd. Waidanbau Färberwaid lässt Goldbachs Äcker zu Goldgruben werden. Der zwischen Erfurt, Gotha und Langensalza angebaute Waid galt als der Beste Thüringens. Er brachte mehr Gewinn als Getreide wurde auch " des Thüringer goldenes Vlies" genannt. Erster Anbau zu Zeit Karls d. Gr. Verarbeitung erst vor Ort danach in den Waidhäusern der Stadt Gotha. Verfall des Anbaus im 30-jährigen Krieg unter der Konkurrenz des Indigo aus Indien.

1518 Sankt-Peters Kirche wird neu gebaut, noch als katholisches Gotteshaus. Sanierungsarbeiten am Kirchturm, Dach und der Fassade Ende des 20.-21. Jhd., Fertigstellung 2003, September 2003 wird das Knopffest gefeiert.

 

Karthäuserkloster wird im Zuge der Reformation aufgelöst, das Eigentum von 7 Hufen Land ging an das herzogliche Kammergut und 8 Hufen an die Nachbarn. Es hatte nur geringe Bedeutung zu der Zeit. Es befand sich im Gebiet der Mönchsgasse bis Herrschaftsscheune.

 

1566/1567 Zur Zeit der Grumbachschen Händel, war Goldbach das Hauptquartier der Belagerer, des Kurfürsten August von Sachsen. Durch Unvorsichtigkeit eines Soldaten beim Waschen und Trocknen des Leinenzeuges brach am 26.3.1567 ein großer Brand aus, dem ca. 80 Häuser zum Opfer fielen nur 20 Häuser wurden verschont.

 

1597 372 Einwohner sind an Pest gestorben.

1610 Teuerung in Thüringen

1612 fielen "60 Tage Schnee hintereinander"

1613 Thüringer Sündflut, alles Wintergetreide war zerschlagen.

1626 Erneuter Ausbruch der Pest – Grabinschrift befindet sich an der Kirchmauer.

1636 Wieder starben 189 Einwohner an Pest, Tote konnten erst nach 6-10 Tagen begraben werden, es fehlte an Brettern und am Platz für Beerdigungen.

 

30 jähriger Krieg brachte viel Elend, Leid und Plünderungen der Söldner.

 

Zählung aus dem Jahre 1638

 

1647 im Oktober wurde Goldbach stark heimgesucht bei dem Durchzug der französischen und schwedischen Truppen.

 

1650—11.-12.8. Friedensfest nach ständig wechselnden Besatzungen des 30-jährigen-Krieges

 

1650-15.1. Cyriakus , Günther in Goldbach geboren, Dichter des Chorals "Halt im Gedächtnis Jesus Christ" ev. Gesangbuch S. 405

 

1661-2.9. Georg Böhm in Hohenkirchen geboren, früh verwaist, in Goldbach bei goldbacher Angehörigen aufgewachsen. Schulzeit unter Gebr. Mahn (Pfarrer u. Kantor an Lateinschule Goldbach). In Gymnasium Gotha Schüler v. Cyriakus Günther, Studium in Jena Orgellehre bei Adam Reinken, Beziehungen zu Buxtehude, Organistenstelle in Lüneburg, dort gemeinsame Zeit mit Joh.

 

Sebastian Bach. Böhm hat 3 Jahre Bach treulich geführt, Einfluss auf Bachs Frühwerke. Durch Matheson eingereiht in die Liste der „bedeutenden Organisten“ 8.5.1735 (Quelle: Bachjahrbuch 1908)

 

Blütezeit des kulturellen Lebens in Goldbach mit Latein im Kantorat "Im Herzogtum Gotha sind die Bauern gelehrter als anders wo die Doktoren" Aufführung der Kantate Teleman´s und Bendos in Goldbach mit eigenem Chor und Orchester.

 

1666-4.6. Hans von Scharffenstein heiratet Amalia Hedwig von Seebach in der Kirche Sankt Peters. Sie bekamen 6 Kinder, davon 3 Töchter und 3 Söhne.

 

1692- 23.6. Hans Bathasar Scharffenstein verstarb 71 jährig, nach seinen 3 Söhnen als letzter Ritter von Goldbach, Lehensmann derer von Wangenheim, dann des Landgrafen und später Inhaber des Freigutes, wurde am Abend des Todestages unter dem Altar der Sankt Peters Kirche beigesetzt.

 

1756 Siebenjähriger Krieg – Herzog Friedrich III - Gotha – auf der Seite Preußens Friedrich II . Verteidigungslinie der Franzosen von Gotha am Kranberg entlang bis Goldbach. Umliegende Dörfer leiden. Seelenzahl in Goldbach 550, Zahl der Häuser über 100

 

1823 658 Einwohner und 164 Häuser

 

1830-6.4. Karl Kehr, als Sohn eines Tagelöhners in der Pfortengasse geboren, durch Onkel gefördert. Lehrerseminar in Gotha. Er wurde Vater der deutschen Volksschule. Sein Sohn, Hans Kehr 1862 geboren in Waltershausen wurde Prof. der med. Gotha, Berlin, Halberstadt -Wegbereiter der modernen Gallenchirurgie

 

1859 Franz Buddeus, Domänengutpächter, führt Guano- u. Knochenmehldüngung ein. Erster Maisanbau.

 

1870/71 12 Goldbacher mit in Frankreich, Chr. E. Wolf am 18.3.71 zu Nancy an Verwundung gestorben, Gedenktafel in Kirche. Pocken in Goldbach, 16 Erkrankte, 5 Tote

 

1872 Fortbildungsschule für 14 – 18 jährige Burschen

 

1888 Raiffeisen – Darlehenskasse als erste im Herzogtum gegründet.

 

1890 28. April – Einweihung der Bahnlinie, 1901 erster Bahnunfall am Übergang in Richtung Wangenheim

 

1891 Arbeiterverein gegründet, 50 Mitglieder

 

1893 Turnverein geründet, heute SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim 1893 e.V.

 

1901 Mai Eröffnung einer Kleinkinderschule im Haus des Schultheiss Möhlis für das Sommerhalbjahr   

heutiges Bürgerhaus um 1900